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"Wussten Sie eigentlich, das die Geschenpaketekaktion noch Nachwirkungen hat?" konnten die Auernheimer diesen Monat in ihrem Gemeindebrief lesen. Richtig, denn wir - genauer gesagt unser Kirchenvorstand von St. Michael - hatten ja bei der Aktion anlässlich des Geburtstages der Landeskirche aus dem großen Paket eine Führung durch die Auernheimer Kirche St. Georg mit anschließender Bewirtung gewählt. Eigentlich war ja eine kleine Wanderung geplant, aber da Petrus leider die Schleusen nicht schließen wollte und der Herbst wohl auch das Recht auf Sauwetter hat gings nun nicht wie geplant zu Fuß, sondern dann doch lieber trocken im PKW in die höchst gelegende Gemeinde Mittelfrankens, deren Kirche noch ein paar Meter höher liegt. Dies kommt nicht von ungefähr, erklärte die dortige Pfarrerin Mandt, denn es handelt sich um eine alte Wehrkirche, in der die Bewohner des Dorfes früher Schutz gesucht hatten. Meterdicke Kirchenmauern und eine stattliche Einfassung um den Friedhof zeugen noch heute wie vielerorts davon. So verwundert es auch nicht dass die Kirche dem heiligen Georg, der besonders in Kriegsgefahr angerufen wurde, benannt ist.
Die Kirche St. Georg selbst ist wahrscheinlich ein Kind aus dem Jahre 1073 und wurde von Bischof Gundekar erbaut und danach mehrfach der jeweils aktuellen Architektur angepasst. Um 1728 wurde die Kirche dann auch "gedreht", der Altar an das andere Ende der Kirche versetzt. Seit dem betet man "nach Osten wie es sich für eine evangelische Kirche gehört" so Mandt. Die Empore ist mit vielen Malereien von Johann Jakob Brenner aus Oettingen und dessen Schülern gestaltet und zeigt auf über einem Dutzend auf Holze gemalten Bildern Stationen im Leben Christi, von der Ankündigung der Geburt bis hin zu Himmelfahrt. Nach einigen Fragen aus der Gemeinde an Pfarrerin Mandt hatte Pfarrer Schmidt ein Rätsel in der Hinterhand, dessen Lösung von Frau Rosenthal-Schmidt wie aus der Pistole kam. "Verehelichte des Pfarrers sind ausgeschlossen!" war die knappe Reaktion, doch auch seine Auernheimer Kollegin hatte eine alternative Lösung parat.
Nicht weniger beeindruckend als die Kirche war auch das kalte Buffet im Gemeindehaus: von Nudelsalaten über belegte Brote, Reissalat, gefüllten Eiern, Zwiebelkuchen und Nussecken bis hin zu einigen Schnietz Geräuchertem (!) und Selbstgebranntem hatten die Auernheimer bestens für die rund 35 hungrigen Berolzheimer gesorgt. Pfarrerin Mandt betonte hierbei dass die Auernheimer ausdrücklich kein Geschenk anbieten wollten von dem nur wenige Mitglieder aus der Gemeinde etwas haben - nein, die ganze Gemeinde solle davon profitieren. Und so war die Aktion der Landeskirche wohl auch gedacht: für mehr Miteinander, Kommunikation und einfaches kennen lernen anderer Gemeinden. Dies ist den Auernheimern wohl bestens gelungen! Nicht unerwähnt soll noch bleiben, dass Pfarrerin Mandt sich und ihre Gemeinde auf einen Gegenbesuch bei uns eingeladen hat. Ein Termin wurde allerdings noch nicht vereinbart.
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